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Ein avantgardistisches Meisterwerk aus dem
19. Jahrhundert erstrahlt im 21. Jahrhundert in
neuem Glanz!

Über 430 Meter erstreckte sich die Münchner Schrannenhalle seit 1853 von der Blumenstraße bis zum Viktualienmarkt: zwei steinerne Kopfbauten, ein steinerner Mitteltrakt und jeweils dazwischen die beiden 164 Meter langen überdachten Hallen, deren Querschnitt einer dreischiffigen Basilika entsprach. Der nördliche Kopfbau, die Freibank, ist heute noch erhalten.

Die Schrannenhalle war Ausdruck einer völlig neuartigen Baukultur: Industrielles Bauen mit den Materialien Eisen und Glas ermöglichte erst die filigranen und lichtdurchfluteten Konstruktionen, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden und mit einer nie gekannten Leichtigkeit in unerhörte Höhen vorstießen. Für ein derart imposantes Bauwerk wie die Schrannenhalle war eine Bauzeit von nur zwei Jahren schier eine Sensation.
Ein Verdienst der damals hochmodernen Konstruktionstechnik: Mitte des 19. Jahrhunderts galt das Bauen mit Eisen und Glas als geradezu wegweisende Avantgarde. Das Prinzip: Alle Eisen-Bauteile wurden industriell hergestellt und mussten vor Ort nur noch verbunden und aufgestellt werden.
Die neue Technik erlaubte nicht nur das Bauen in Rekordzeit: Erst durch Verwendung des hochmodernen Materials Eisen gelang es, die eigentliche Herausforderung zu meistern: Die Gegenpole Stabilität und Eleganz bei den tragenden Elementen zu kombinieren. Ein architektonisches Novum - und ein Bruch mit der Tradition. Doch die Schrannenhalle, deren Querschnitt einer dreischiffigen Basilika entsprach, wurde nicht nur durch ihre grazile Gesamterscheinung

zum architektonischen Meisterwerk. Ihre zahlreichen Ornamente, darunter eiserne Rosetten und Wappen, zeugen von einer außerordentlich liebe- und kunstvollen Gestaltung auch im Detail.
Mit der Schrannenhalle war in nur zwei Jahren ein Bauwerk entstanden, das dem berühmten Münchner Glaspalast und der Großhesseloher Eisenbahnbrücke in nichts nachstand. Konstruktionen, die als Sensation galten und die den Ruhm der neuartigen Eisen-Baukunst begründeten. Knapp 30 Jahre später erschuf Ingenieur Gustav Eiffel das über 300 Meter hohe Wahrzeichen von Paris – den Eiffelturm.

Das Konstruktionsprinzip der Schrannenhalle, die wir heute als historische Baukultur betrachten, war seinerzeit Ausdruck höchster Modernität. Und auch die künftige Halle umweht ein Hauch Avantgarde - in Form eines modernen Kopfbaus.

Dieser Neubau bildet ganz bewusst einen Kontrast zu der historischen Freibank. Die „alte neue“ Schrannenhalle schlägt somit nicht nur inhaltlich,

sondern auch gestalterisch und architektonisch eine Brücke zwischen den Jahrhunderten. Die Herausforderung bestand insbesondere darin, die Eisenhalle aus dem Jahr 1853 mit der Architektur des 21. Jahrhunderts in Einklang zu bringen. Mit der sanierten Freibank schließt die Halle wie in alten Zeiten nach Norden ab. Hier entstand ein Wirtshaus nach Altmünchner Tradition (www.der-pschorr.de).



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